HFriedrich Wilhelm I 

 

Kulturhistorischer Reiseführer

von

Dr. Karl-Heinz Otto

 
 
 

Im Jahre 1794 renovierte man in Kampehl, einem in der Nähe von Neustadt an der Dosse gelegenen Dorf, die bescheidene frühgotische Feldsteinkirche. Beim Öffnen der alten Gräber der kleinen Familiengruft entdeckte man in einem mit Tannenholz ausgeschlagenen Eichensarg die mumifizierte Leiche des 1702 bestatteten Rittergutsbesitzers Christian Friedrich von Kalebuz, der bald zur legendärsten Mumie Deutschlands werden sollte.

Über 200 Jahre sind seit jener gruseligen »Entdeckung« vergangen. Sagen und merkwürdige Skandalgeschichten trugen die Kunde der legendären Ritter-Mumie in alle Winkel des Landes und hielten weit über die Grenzen der Mark Brandenburg das Interesse am ledernen Ritter von Kampehl am Köcheln. In unserer sensationslüsternen Zeit schließlich avancierte das über die Jahrhunderte kaum beachtete Dosse-Dörfchen gar zu einem der meistbesuchten märkischen Orte des Ruppiner Landes und behauptet sich dank dem Kalebuz-Erbe neben Schloss Rheinsberg hartnäckig auf der Bestsellerliste touristischer Attraktionen.

Es gibt in Brandenburg kaum jemanden, der sich nicht von der gruseligen märkischen Sage vom Ledernen Ritter Kalebuz faszinieren ließ. Wer aber war dieser Christian Friedrich v. Kalebuz (1651 - 1702), dessen Mumie alljährlich mehr als hunderttausend Schaulustige in den engen Gruftanbau der Kampehler Feldsteinkirche lockt? Wo endet die historische Wahrheit? Wo beginnt die schillernde Legende zu wuchern?

Der Autor Karl-Heinz Otto versucht in seinem Märkischen Reisebild Antworten zu finden, ohne das Geheimnis der Sage zu zerstören. Er weiß zu gut, wie uninteressant eine Mumie wäre, von der alle Schleier des Sagenhaften gefallen sind. Faszinieren uns doch erst das Unerklärliche und Geheimnisvolle, das Mystische und Mythische so unwiderstehlich!

Dabei zeichnet der Potsdamer Autor die apokalyptische Zeit des 17. Jh. nach. Er lässt Theodor Fontane und Heinrich v. Kleist sprechen, entführt uns in die Schlacht von Fehrbellin, in der der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm brandenburgische Geschichte schrieb, lässt uns Kloster Heiligengrabe und Neustadt/Dosse erleben, wo der legendäre Prinz Friedrich v. Hessen-Homburg die Tradition märkischer Pferdezucht begründete.

46 Abbildungen runden das Märkische Reisebild ab.

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